Spaltfreie Ruderanbindungen

tsclarn

Querruder mit Dichtlippe

Eine kurze Anleitung zur Herstellung von Querrudern mit Dichtlippe; es ist nur wenig Maßarbeit erforderlich und das fertige Querruder hält was aus und kann sich gut sehen lassen.

Dieser Aufsatz entstand auf Grundlage eines Buchartikels („Moderner Tragflächenbau“ in der Reihe modell-technik-berater, vth-Verlag, 1985, Autoren: Uwe Steenbuck, Christian Baron) und wurde von Markus Karjetta speziell auf die Bedürfnisse von Styro-Sandwich-Tragflächen angepaßt.

Die im folgenden beschriebene Methode eignet sich am besten für GfK-beschichtete Tragflächen oder Leitwerke, lässt sich aber auch bei bespannten Sandwich- oder Rippentragflächen anwenden. Hier wird der Aufbau einer GfK-beschichteten Sandwichtragfläche beschrieben.

Zunächst werden in den einseitig beplankten Styroporkern zwei Balsaleisten eingesetzt. Die hintere Leiste schließt bündig mit der gewünschten Rudertiefe ab. Die vordere Leiste hat von der hinteren mindestens soviel Abstand, wie das Ruder hoch ist. Dieser Abstand wird für die Dichtlippe benötigt. Um die Beplankung und die Leisten in diesem Zwischenraum vor Verzug und Witterungseinflüssen zu schützen, sollten die Leisten und die Beplankungen an dieser Stelle mit 80g-Gewebe beschichtet werden. Nach dem Bündigschleifen der Leisten kann die andere Seite beplankt werden.
Nach dem Verschleifen und Beschichten der Tragfläche wird das Ruderblatt ausgetrennt und die Höhen an den Enden gemessen. Diese Höhen sind gleich den Radien der Dichtlippe. Auf diejenige Seite des Ruders, wo die Dichtlippe angebracht werden soll, wird ein Tesafilm faltenfrei aufgeklebt. Das Ruderblatt wird anschließend mit doppelseitigem Klebeband auf einem Baubrett fixiert. Wenn nun eine Leiste im entsprechenden Abstand vor das Ruderblatt gesetzt wird, biegt sich der Tesafilm im richtigen Radius (vorher Aufzeichnen und Ausmessen). Abbildung 1 und 2 verdeutlichen den Vorgang:

Scharn1

Scharn2

Auf den Tesafilm wird nun ein Gemisch aus Harz und Baumwollflocken oder Microballons aufgebracht. Nach dem Aushärten kann das Klebeband abgezogen und die Dichtlippe verschliffen werden.
Anschließend wird das Styropor vor der vorderen Leiste entfernt. Nun kann die Tragfläche und das Ruderblatt lackiert werden. Nach dem Lackieren wird die Beplankung vorn zur Dichtlippe hin abgeschrägt und mit Epoxidharz bestrichen (als Schutz vor Feuchtigkeit). Nachdem die Schräge nochmal leicht überschliffen wurde, kann das Ruderblatt mit Silikon oder einem Tesascharnier an der Tragfläche befestigt werden. Abbildung 3 zeigt einen Querschnitt durch die fertige Tragfläche:

Scharn3

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