Segelflugkassiker Alpina

WebAlpina-walter

Retrospektive oder Wiedergeburt eines Klassikers
Für den Autor ist die sog. ARF Welle DIE Motivation, alte Tugenden wiederzubeleben, so das sogenannte Selberbauen von Flugmodellen welche nicht im Handel zu haben sind.
In diesem Fall sollte es wegen guter Erinnerungen die „UR-Alpina“ sein, jedoch zeitgemäß mit einem Elektromotor als Aufstiegshilfe.
Nachdem eine Rumpfform gefunden war wurde das Modell aerodynamisch und statisch neu ausgelegt und dabei versucht die Original-Abmessungen und Silhouette beizubehalten.
Die Vorgaben zu den Flugeigenschaften waren:
Spannweite 4 m, Flügelfläche 75dm²; Flächenbelastung ~50g/dm² um die Kreisflugradien klein zu halten, unkritische Überzieheigenschaften mit dem Profil HN971. Steiggeschwindigkeit mit Antrieb ~3 m/s durch Motor mit 3 Zellen Lipo und ca. 40A Strom. Höhenruder wie Original als Pendelruder (HN477), keine Wölbklappen. Belastbarkeit des Tragwerks 17g.
Der Rumpfbau wurde durch Glasgewebe 80g/m², im Vorderteil 6 Lagen, ab Flächenhinterkante 5 auf 4 Lagen, im Seitenleitwerk 1·49g/m², 1·80g/m², 1mm Stützstoff und wieder 49g/m² Glasgewebe als Sandwich gebaut. Die Rumpflängsachse wurde durch unidir. Kohleband verstärkt. Nachdem 2 Halbschalen laminiert waren konnte die HLW Anlenkung mit Pendelruderlagerung und Kugellagern, sowie die SLW Anlenkung in die Halbschalen eingebaut werden. Danach wurde die Form geschlossen und mit Nahtband verbunden. Gewicht mit Antrieb: 2000g.
Die HLW entstanden als sog. Wing-Bagging Teile, ein Modellflug Kollege hatte die Styrodurkerne auf seiner CNC Anlage geschnitten. Nach Einbau der Steckungshülsen und Beplankung mit 2 Lagen 49g/m² Glasgewebe wurden diese im Unterdruckverfahren fertig gestellt. Gewicht 80gr.
Das Seitenruder ist eine vollbeplankte Balsa-Rippenkonstruktion, Gewicht 21g.
Die Tragflächen wurden ebenso im Wing-Bagging Verfahren hergestellt, hier wurde als Decklaminat und Torsionslage 1·49g/m² und 2·80g/m² Glasgewebe unter 45° verwendet, die Biegesteifigkeit wird mit CFK Gurten oben und unten, abgestuft 9/6/3 Rovings 24k, sichergestellt. Der Holmsteg besteht aus 1,5mm Abachi, beidseitig mit 80g/m² Glasgewebe unter 45° laminiert. Gewicht: 1680g
Für die Oberfläche wurde bei allen Teilen Klebefolie verwandt.
Die Flächensteckung wird mit einem 4-Kant-CFK/Balsa-Träger, mit Glasschlauch ummantelt, in den Maßen 20x20mm² realisiert. Gewicht: 105g
Alle Ruder werden mit Digitalservos angetrieben, die Empfängerstromversorgung übernimmt ein 2Z-Lipo mit „Ubec“.
Flugeigenschaften:
Die Profilierung mit HN971 im Zusammenspiel mit 52g/dm² Flächenlast hat die Vorgaben subjektiv voll erfüllt.
Sehr enge Kreisradien, im Verbindung mit dem berühmten „Teck-Knick“ 45° Schräglage ohne Stützen möglich.
Strömungsabriß kommt sehr spät und ist ohne Höhenverlust beendbar.
Alle Ruder wirken direkt, Fliegen ist mit kleinsten Ausschlägen möglich.
Der Steigflug mit einem „Pletti“ 300-30-A2, 13·8 LS und 3S-Lipo (4500mAh) bringt ein gemessenes Steigen von 4m/s bei 41A Strom.
Erstflug 06.01.2011

Ein Gedanke zu „Segelflugkassiker Alpina

  1. Hallo Walter,
    durch Zufall bin ich auf eure Website gestossen und habe mit Interesse den Bericht über den Neubau des einstigen MPX Klassikers gelesen. Tolles Teil! In der techn. Ausführung wie von dir beschrieben kann das Modell sicher mit den Newcomern in der 4m Klasse immer noch locker mithalten.
    Auch ich habe eine Ur-Alpina welche ich immer wieder gerne fliege. Allerdings ist mir nach fast 30 Jahren die Kabinenhaube kaputtgegangen. Weist du bei wem man vielleicht noch Ersatz bekommt?

    Gruß aus dem Münchner Norden
    Manfred

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