Libelle / E Libelle Competition vom „Himmlischen Höllein“

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Nach dem Einstieg ins Modellfliegen per Amigo III (Hangflug) hatte ich den Wunsch nach einem möglichst leichten Segler den man auch an kleinen Hängen oder gar aus der Ebene mal „hochkurbeln“ könnte und der trotzdem ausreichend robust wäre um aus Thermik absteigen bzw. etwas härteren Flugstil vertragen zu können. Des weiteren sollte es ein Balsa-Bausatz sein. So kam ich zur „Libelle Competition“.

Den Segler habe ich dann zufällig im Internet gebraucht gefunden und gekauft. Es handelt sich um einen HLG in konventioneller Balsa-Bauweise (Holm-/Rippenfläche, Balsarumpf, V-Leitwerk) der über Höhe/Seite gesteuert wird. Schon nach dem ersten Flug war klar – den geb‘ ich nicht mehr her! Das Modell wiegt flugfertig gerade mal 360g bei 1,50m Spannweite (mit viel Bauerfahrung und leichterer RC-Anlage sind sicher auch 300g und weniger drin – Flächenbelastung also ab 13g/dm²). Der Tragflügel ist einteilig und macht in der Luft alles mit (rote Bespannung ist am Himmel übrigens noch relativ gut sichtbar trotz der Transparenz) – etwas h$auml;rtere Landungen enden dadurch und auch wegen des geringen Gesamtgewichts nicht gleich im Bastelkeller.

Das Modell nimmt geringste Thermik an und kann zügig „hochgekurbelt“ werden. Bei entsprechender Wetterlage sind auch für Leute mit wenig Flugerfahrung Flüge bis zur Akkuerschöpfung möglich – es muß nicht immer voll-GFK sein ). Trainierte Werfer kommen (in der Ebene) übrigens auf ca. 30m Ausgangshöhe – das reicht bei einem so leichten Modell für gut 30s Thermiksuche. Auch bei mäßigem Wind empfinde ich das Modell trotz des „Fliegengewichtes“ noch als gut kontrollierbar da recht gutmütig.

Stefan Höllein fliegt mit dem Modell trotz reichlicher Konkurrenz aus High-Tech-Werkstoffen immer noch erfolgreich Wettbewerbe. Obwohl das Modell seit ca. 8 Jahren im Höllein-Programm ist halte ich es nach wie vor für einen klasse Alltagsflieger.

Durch den Segler bin ich auf die Elektroversion (Unterschied: Breiterer Rumpf) neugierig geworden. Den Rumpf gibt es zwar auch einzeln zum Nachrüsten des Seglers aber ich befand mich damals grad in Baulaune und so wurde der komplette CNC-Bausatz geordert.

Sämtliche Teile passten „saugend“ ineinander, der Bau machte ensprechend viel Spaß und ging gut von der Hand (aus Gewichts- und Stabilitätsgründen empfehle ich den guten alten Weißleim – Epoxidharz ist einfach zu schwer, Sekundenkleber zieht nicht richtig ins Holz ein und ist zu spröde).
Als Anleitung gab’s 2 DINA4-Seiten ohne Bilder und mit viel Text, dafür aber gut beschrieben und wenn alle Stricke reißen kann man bei Höllein auch anrufen. Eine ausführliche Stückliste und ein 1:1 Plan lagen ebenfalls bei.
Genau nach Anleitung vorgegangen (auch den Bauplan gut studiert) konnte ich den Rohbau fehlerlos erstellen. Dann meine erste Oracover-Bespannung – Zeit lassen, Folieneisen zulegen und sauber (auch staubfrei) arbeiten ist der Trick. Für den Tragflügel wählte ich undurchsichtiges violett um den Flieger auch in großer Höhe noch besser erkennen zu können.

Als Antrieb kam der von Höllein empfohlene „High Efficiency Drive“ zum Einsatz der laut Höllein „Super-Steigflugleistung“ versprach: Speed 400, Cosmotech 4,5:1 Planetengetriebe, 13x8er Latte, Regler: Kontronik Rondo 400, Akku 7 Zellen KR600AE. Als Akkus habe ich mittlerweile die fast baugleichen KAN 950 in Betrieb – nutzbare Motorlaufzeit nun statt 4:30 min ca. 7:30 min – das macht in ruhiger Luft 35 min Flugzeit. Abfluggewicht etwas über 600g (mit anderer Antriebs- bzw. RC-Einheit sind auch 500g und weniger machbar – Flächenbelastung also ab 23g/dm²). Laut Höllein kann übrigens bis 10 Zellen geflogen werden.

Die E Libelle ist wie ihr Segler-Pendant ein ausgesprochen gutmütiger Thermikschnüffler – der beschriebene Antrieb ermöglicht sehr gutes Steigen sowie 6-7 Steigflüge. Die Flugleistungen sind im Grunde mit der Seglerversion vergleichbar, man hat durch die höhrere Flächenbelastung aber mehr Dynamik und einen größeren Geschwindigkeitsbereich nach oben hin.

Gerade auch für Anfänger die Interesse und Zeit zum Bauen haben kann ich die Libelle sehr empfehlen: Geringes Gewicht, relativ geringer Preis, Gutmütigkeit, Robustheit und nicht zuletzt lange Flugzeiten zum Üben – was will man mehr? Ich besitze die Segler heuer das dritte Jahr und möchte sie nicht mehr missen!

Bernd Kornmayer

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